Die Val Lumnezia weist eine Vielzahl von faunistisch interessanten Landschafts- und Lebensräumen auf: die Flusslandschaft am Glenner mit Auenwäldern, Kies- und Sandbänken, die wilden Bachtobel der rechten Talseite, die von Bodenbewegungen geprägten Hangbereiche der linken Talseite mit Weiden, Auen und Laubwäldern, die weiten Kulturlandschaften mit einem Mosaik von Mooren, Wiesen, Bächen, Hecken, Feldgehölzern und traditionellen Stallbauten, die strukturreichen Siedlungsgebiete mit einer über Jahrhunderte gewachsene Baukultur und die alpinen Zonen mit ausgedehnten Alpenweiden, Fichtenwäldern und das von Geröll, Fels, Schnee und Wildheu durchsetzte Hochgebirge. Darin findet eine vielfältige Fauna und Flora ihren natürlichen Lebensraum.
Dank dieser natürlichen Mannigfaltigkeit, der vielen extensiv genutzten Landwirtschaftsflächen und dem milden Klima sind in der Val Lumnezia Tierarten zu Hause, die gemäss der Roten Liste in der Schweiz als gefährdet oder gar vom Aussterben bedroht gelten. Ein Beispiel dafür ist die Kleine Hufeisennase. Vor dem Eindunkeln oder am frühen Morgen kann man in Dorfnähe Rehe beim Weiden beobachten. In etwas entlegenen Gebieten, etwa oberhalb der Waldgrenze, in grünen Waldlichtungen, auf versteckten Maiensässen und auf den ausgedehnten Alpenweiden ist der Hirsch zuhause. Im felsigen Gebirge und auf den Berghöhen haben Gämse und Steinbock das Sagen, während die Murmeltiere das Reich der Unterwelt für sich beanspruchen und der Steinadler der unbestrittene König der Lüfte ist.
Auf Matten und Wiesen in Dorfnähe sind Reh und Rehkitz morgens und abends anzutreffen. Mit etwas Glück und Geduld stehen einem die scheuen Waldbewohner sogar vor der Kamera. Wer Steinbock und Gämse zu Gesicht bekommen will, muss sich gewaltig anstrengen, denn diese Tiere sind in der freien Wildbahn für gewöhnlich nur auf über 2'000 m.ü.M. live zu sehen.