Schön wäre es, wenn man mit wenig Kraftaufwand locker den Berg hinauffahren könnte. So tönte es vor nicht allzu langer Zeit. Dank der neuen Velos mit Elektromotor ist das Befahren von Passstrassen heute kein Problem mehr. Am Berg oder bei Gegenwind im Flachen leistet der Elektromotor eine willkommene Unterstützung. Sobald man Druck auf den Pedal gibt, fängt der Motor an zu laufen. Die Zeiten als man mit einem roten Kopf Anhöhen und Passübergänge erreichte, gehören endgültig der Vergangenheit an. Dennoch ist der Drahtesel ohne Strom kein Mofa, das dem Fahrer die ganze körperliche Anstrengung abnimmt. Die Bedienung der modernen Elektrobikes ist schnell erklärt: Motor per Knopfdruck einschalten, aufsteigen und lostreten; der Rest erfolgt automatisch. Grundsätzlich lassen sich drei Betriebsmodi unterscheiden: bei mittlerer Unterstützung verdoppelt der Motor die Antriebskraft, bei progressiver Motorleistung am Berg beträgt der Batterieantrieb 75%, im Spargang hingegen leistet der Elektromotor nur noch einen Viertel der Fortbewegungsenergie. Ist der Motor zugeschaltet, tritt der nahezu lautlose Elektroantrieb in Funktion. Der Biker entscheidet selbst, wie viel Zusatzkraft der Motor leisten soll. Je nach Modell ist das automatische Getriebe mit Drehschaltung mit bis zu acht Gängen ausgerüstet.
Chemisch gespeicherte Kraft aus der Batterie
Der Strom für den Betrieb des Elektromotors kommt aus einer ultraleichten Lithiun-Ionen-Batterie, die von Zeit zu Zeit aufgeladen werden muss. Dabei handelt es sich um chemisch gespeicherte Energie, die vom Elektromotor in elektrische und dann in mechanische Antriebsenergie umgewandelt wird. Beim Aufladen wird die Batterie mit einem Schlüssel vom Fahrgestell entriegelt und ins Aufladegerät gesteckt. Wenn die Leuchtdioden erloschen sind, ist die Batterie wieder geladen. Wer ein Elektrobike in einer Ferienregion mietet, tauscht die leere Batterie an einer Akkuwechselstation gratis gegen eine volle aus. Die Reichweite des Akkus hängt vom Gelände, Körpergewicht und von der Fahrweise ab. Im Schnitt reichen die neuen, leistungsstarken Batterien bis zu 50 Fahrkilometer weit.
Ideale Fortbewegungsmittel für Jung und Alt
Das Fahren mit dem Elektrovelo ist ein ganz anderes Gefühl als das gewöhnliche Velofahren. Es ist eine Art Nordic Walking auf Rädern. Beim Nordic Walking ermöglichen die Stöcke ein beschleunigtes Gehen, mit dem Batterievelo bewegt man sich gesund, schont ebenfalls die Fussund Beingelenke und belastet nicht übermässig die Muskulatur und das Herz-Kreislauf-System. E-Bikes sind empfehlenswert für ältere Semester, Paare mit unterschiedlicher Fitness und konditionell Schwächere, die trotz des Trainingdefizits ohne allzu grosse Anstrengung einen längeren Ausflug über Berg und Tal ins Auge fassen. Eine Velovignette genügt, es gibt keine Helmpflicht und ab 16 Jahren ist auch kein Führerschein nötig. Im Vergleich zum Nordic Walking ist das Elektrovelofahren um einiges teuerer. Je nach Ausführung muss man mit einem Preis von 2500 bis zu 5000 Franken rechnen. Die qualitativ besseren Velos besitzen eine höhere Leistung und Reichweite und sind leiser und einfacher in der Bedienung. Die Tourismusregionen sind ebenfalls auf das boomende Elektrobike aufgestiegen. Das Angebot im Handel ist sehr gorss. Statt gleich ein elektrisches Velo zu kaufen, sollte man zuerst eins für das Probefahren in einem Feriengebiet mieten. So lassen sich wertvolle Erfahrungen sammeln, die später auch einen eventuellen Kaufentscheid erleichtern.